Bericht vom 49. Forum - 11.10.2016 - Mur

Lebensraum Mur -
Energie Steiermark und „Mur findet Stadt“ präsentieren ihre Projekte


Mit unserem 49. Forum, das ausnahmsweise nicht im Rathaus, sondern im bis auf den letzten Platz gefüllten Merkursaal stattfand, ging es um die Darstellung und Präsentation von zwei unterschiedlichen Konzepte für die Gestaltung der Mur. Einmal das "Murkraftwerk Graz" (Staustufe Puntigam) der Energie Steiermark und als Alternativprojekt  das Naturraum- und Freizeitkonzept "Mur findet Stadt", welches unabhängig vom Bau eines Kraftwerkes verwirklicht werden könnte.

ReferentInnen:

Mag.(FH) Urs Harnik-Lauris, Leiter der Konzernkommunikation der Energie Steiermark, in Vertretung von Dipl. Ing. Johann Lampl, Projektleiter Murkraftwerk Graz und Mag. Sara Weiß, Ökologin

Dr. Romana Ull, Ökologin und Vorsitzende des Vereins „Mur findet statt“, u.a. auch Sprecherin der NGO’s im Grazer Naturschutzbeirat

Anschließend an die beiden Präsentationen beteiligten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an einer sehr emotional geführten Diskussion. Viele der Fragen mussten auf Grund der beschränkten Zeit unbeantwortet bleiben, viele Meinungen waren gegensätzlich. Dennoch ist es gelungen, dem interessierten Zuhörer verständlich zu machen, in welchen Punkten das eine oder das andere Projekt kritisch zu betrachten ist.

Festgestellt werden konnte auch, dass diese Gegensätzlichkeiten sowohl

  • den wirtschaftlichen Aspekt (Stichwort: "hochwirtschaftliches Kraftwerk" versus "Bürger finanzieren den zentralen Speicherkanal (ZSK), der 40-50% der gesamten Projektkosten ausmacht"), als auch
  • den ökologischen ("mehr Bäume als zuvor", "Verbesserung der Wasserqualität" versus "Verlust großkroniger Ufervegetation", "Verschlechterung der Wasserqualität", usw.)
  • als auch technische Argumente ("modernes Kraftwerk wie in Gössendorf" versus "veraltete Technik")

betrafen. Selbst in rechtlichen Fragen bestehen sehr divergente Ansichten. Während für die Kraftwerksbetreiber das Projekt bereits fix ist und Bürgerbeteiligung hinsichtlich der Gestaltung von Grillplätzen u.ä. erwünscht ist, argumentieren Gegner mit noch ausständiger Genehmigung für den ZSK, ohne den das Kraftwerk jedoch nicht gebaut werden kann und der im STEK bisher nicht vorgesehen ist.

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es immer noch ein großes Informationsdefizit gibt, insbesondere betreffend der Auswirkungen des Kraftwerkprojektes und des Zentralen Speicherkanals (ZSK). Zu wünschen wäre daher eine Nachdenkpause, sachliche Informationen und anschließend ein Volksentscheid der Bevölkerung von Graz betreffend Kraftwerk und ZSK.

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